Am 26. April trafen sich 50 interessierte Genossinnen und Genossen aus über 20 Kreisverbänden zur ersten Arbeitskonferenz "Rente" in Stuttgart. Michael Schlecht zeigte auf, mit welcher Systematik die Neoliberalen an der Zerstörung des Rentensystems arbeiten. Nutznießer sind die Arbeitgeber und die Versicherungswirtschaft.
Manch einer war erstaunt, als Schlecht forderte, die Beiträge zur Rente auf 28 Prozent anzuheben, was einem Arbeitnehmeranteil von 14 Prozent entspricht, also mehr als drei Prozent mehr, als im Moment. Die Erklärung lieferte die Erkenntnis, dass die Arbeitnehmer eigentlich 17 Prozent aufbringen müssten, um der Armutsrente zu entgehen. Das Argument von "mehr netto in der Tasche" entpuppt sich so als leeres Gerede, denn das Gegenteil ist der Fall: "Eigenverantwortung bedeutet, dass Arbeitnehmer überteuerte und risikobehaftete Privatversicherungen alleine schultern müssen."
Sieghard Bender, der Erste Bevollmächtigte der Esslinger IG Metall, zeigte dann auf, wo in der kommenden Tarifrunde um die Fortschreibung der Altersteilzeitregelungen die Knackpunkte liegen. "Mit der Rente erst ab 67 haben sie uns die Hälfte der Arbeitszeit weggenommen, die unsere Väter für uns erstritten haben." Bender berichtete, dass die Wut in den Betrieben groß ist, und dass er von einer harten Tarifrunde ausgeht. Besonderen Wert legte er auf den Zusammenhang der Altersteilzeitregelungen mit der Übernahme von Werksstudenten oder Auszubildenden.
Hasso Ehinger diskutierte dann über das weitere Vorgehen: In den Kreisen solle versucht werden, gemeinsam mit den Sozialverbänden zu gemeinsamen Aktionen zu kommen: "Die Sozialverbände sind gerade sehr rege, das muss man nutzen". Bei den Teilnehmern war sichtlicher Tatendrang und Aufbruchstimmung erkennbar, so dass die Veranstalter zuversichtlich waren, dass die Konferenz zu vielen Aktionen führen wird. Es wurde auf die Großveranstaltung am 7. Juni in Stuttgart hingewiesen mit Oskar Lafontaine, dem Vorstandsmitglied der IG Metall, Hans-Jürgen Urban, und mit der stellvertretenden DGB-Landesvorsitzenden Marion von Wartenberg. Auf unserer Homepage ist auf der Rentenseite das Wichtigste abzurufen, zum Beispiel die Power-Point-Präsentation der Partei oder die offiziellen Unterlagen der IG Metall.